Daniel von Bothmer, 48. Stipendium, 2019

Max Hänisch, 47. Stipendium, 23. August bis 23. November 2018

Kathi Seemann, 46. Stipendium, 04. Februar bis 29. April 2018

Robert Sturmhoevel, 45. Stipendium, 04. September bis 23. November 2017

Joey Arand, 44. Stipendium, 6. Februar bis 26. April 2017

Ekachai Eksaroj, 43. Stipendium, 2016

Thilo Jenssen, 42. Stipendium, 2016

Marven Graf, 41. Stipendium, 31. August bis 19. November 2015

Susanne Wagner, 40. Stipendium, 2015

Romina Abate, 39. Stipendium, 8. September bis 30. November 2014

Jana Lange, 38. Stipendium, 31. März bis 20. Juni 2014

Maciek Rajca, 35. Stipendium

Vince

Der Fußboden des Ateliers im Gerhardt-von-Reutern-Haus ist übersät mit Farbflaschen und Farbtellern, Rollen und Pinseln, Schablonen und Knäueln von Abklebeband, so dass man nur schwer zu den vielen Bildern durch kommt, die Maciek Rajca in den letzten drei Monaten geschaffen hat. Die jüngsten hängen in dichter Reihe an der Wand und geben so einen Eindruck, wie die Ausstellung, die Freitag den 23. November um 18 Uhr in der Kunsthalle Willingshausen eröffnet wird, aussehen könnte. Vince, der schüchterne schwarze Hund, den Rajca sich als Gefährten für seinen Aufenthalt zugelegt hat, hat alles aufmerksam verfolgt und der Ausstellung deshalb den Namen gegeben.

Maciek Rajca ist Maler und hat die drei Monate genutzt, konzentriert nichts anderes zu tun als zu malen. Er stellt sich damit bewusst in die Tradition seiner großen Vorgänger und Gründer der Malerkolonie Ludwig Emil Grimm, Ludwig Knaus, Otto Ubbelohde, Wilhelm Thielmann oder Carl Bantzer, die in dieser damals abgelegenen und sehr armen Gegend ja nicht Urlaub machen wollten, auch nicht den sozialen Fortschritt einführen oder Bürgermeister werden wollten, sondern einfach in Ruhe malen wollten, gemeinsam in ihrem Kreis oder alleine, und das in einer „natürlichen“ Umgebung weit weg von der Stadt und den Herausforderungen und Ablenkungen dort. 

Wie sie hat Rajca die Motive für seine Bilder hier nicht gesucht sondern gefunden. Sie liegen auf der Straße, d.h. als Schablonen von Delphinen z.B. oder als Effektrollen im Baumarkt. Das Vor-Bild für sein Blumenstilleben ist deshalb auch nicht aus einem der herbstlichen Gärten hier im Ort sondern aus dem Internet, dem heutigen Motivgeber für unsere Wirklichkeit. Und wenn Rajca diese Blumen ausschließlich in schwarz auf schwarzem Grund malt, wird klar, dass sie als solche gar nicht gemeint sind. Es geht ihm um eine Diskussion, was Bilder eigentlich sind, wie – und warum – sie als Bilder funktionieren und was sie können. So schwimmen die schon erwähnten Delphine in einem kreisrunden Bild wie in einem Aquarium, springen hinüber in das kreisrunde Nachbarbild und probieren Ballett.

Maciek Rajca ist 1981 in Waldenburg (Polen) geboren. Aufgewachsen in Fulda, studierte er 2004 bis 2010 Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel, gefördert durch die Künstlerförderung des Cusanuswerks, Bonn.2010/11 war er Meisterschüler von Prof Friederike Feldmann. Er lebt und arbeitet in Köln.

 

Anja Köhne, 34. Stipendium

Lupe

Anja Köhne hat die Zeit ihres Stipendiums in Willingshausen genutzt, um sich aus der Bevölkerung fotografische Aufträge geben zu lassen. Das konnten Gegen-stände, Ereignisse aber auch Begriffe oder Befindlichkeiten sein. Anonym oder auch mit Adresse konnte man sie auf Postkarten schreiben und in einen vor-bereiteten Briefkasten werfen. Das Spektrum reichte vom Rosenpavillon des Bürgermeisters über ein behindertes Tier bis zu dem Begriff Glück.

Anja Köhne hat all diese Wünsche erfüllt – in ihrer eigenen Bildsprache. Deren Charakteristikum ist, dass sie ihre Motive nicht abbildet sondern fotografisch auftreten lässt. Sie inszeniert Gegenstände, Orte, Situationen skulptural, so dass sie eine eigene, neue Form bilden. 

Von fast allen erfüllten Aufträgen hat sie jeweils ein Bild ausgewählt. Für die Prä-sentation in der Ausstellung hat sie die Auftraggeber und andere gebeten, ihr einen Bilderahmen aus der eigenen Wohnung zu geben. Auf dem Boden in der Ausstellung ausgelegt, ergibt dies ein Patchwork aus fotografischen Motiven. 

In diesem Fall sind es nicht nur die Gegenstände auf den Fotos, sondern auch die Gründe dafür, diese Fotos zu machen. Nach dem Ende der Ausstellung verbleiben die Bilder in den Bilderahmen der „Leihgeber“ und damit auch in Willingshausen.

Anja Köhne geht es um die Auseinandersetzung über die inhaltlichen und äs-thetischen Kriterien für das Fotografieren. Diesmal in einer Form bei der nun alle auf ihre Weise mitreden können. So produktiv wie sie in Willingshausen fotografiert hat, so intensiv haben sich auch die Willingshäuser Bürger selbst ein Bild gegeben.

In großformatigen Abzügen zeigt Anja Köhne Motive die veranschaulichen wie sehr sie sich in den Ort und die Bevölkerung hineingedacht hat. Am deutlichsten sichtbar an ihren Selbstporträts, in denen sie sich nach „Schwälmer Art“ ins-zeniert. Offenbar hat es ihr riesigen Spaß gemacht, dort zu sein.

Anja Köhne, 1985 geboren in Stendal, studierte 2005 bis 2010 Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel bei Prof Bernhard Prinz in der Klasse Experimen-telle Fotografie. Für ihre Abschlussarbeit „Haecceitas oder Die Welt so wie sie ist“ erhielt sie den Akademiepreis der Sparkassen Versicherung. Sie lebt und arbeitet in Kassel.

Julia Charlotte Richter, 33. Stipendium

Friederike Lorenz, 32. Stipendium

Michael Göbel, 31. Stipendium

Daniela Witzel, 30. Stipendium

Marcel Krummrich, 29. Stipendium

Markus Stein, 28. Stipendium, 15. April bis 18. Juni 2009

Thorsten Streichardt, 27. Stipendium, 21. August bis 26. Oktober 2008

Anett Frontzek, 26. Stipendiatin, 8. Mai bis 3. August 2008

Carsten Weitzmann, 25. Stipendium, 24. August bis 4. Juli 2007

Andrea Froneck-Kramer, 24. Stipendium, 20. April bis 29. Juli 2007

Kristin Lohmann, 23. Stipendium, 1. Dezember 2006 bis 4. März 2007

Elke Mark, 22. Stipendium, 2006

Daniel Behrend, 21. Stipendium, 24. April bis 23. Juli 2006

Jens Nedowlatschil, 20. Stipendium, 1. August bis 30. Oktober 2005

Julia Oschatz, 19. Stipendium, 2. Mai bis 31. Juli 2005

Henning Bohl, 18. Stipendium, 2. August bis 31. Oktober 2004

Milen Miltchev, 17. Stipendium, 26. April bis 1. August 2004

Verena Landau, 16. Stipendium, 28. Juli bis 19. Oktober 2003

Jürgen Bergbauer, 15. Stipendium, 22. April bis 20. Juli 2003

Katrin Gassmann, 14. Stipendium, 29. Juli bis 27. Oktober 2002

Thilo Baumgärtel, 13. Stipendium, 22. April bis 21. Juli 2002

Silke Riechert, 12. Stipendium, 23. Juni bis 28. Oktober 2001

Sebastian Hempel, 11. Stipendium, 23. April bis 22. Juli 2001

Thomas Henke, 10. Stipendium, 4. August bis 29. Oktober 2000

Ulrich Harder, 9. Stipendium, 25. April bis 23. Juli 2000

Barbara Wrede, 8. Stipendium, 26. Juli bis 31. Oktober 1999

Michael Lampe, 7. Stipendium, 12. April bis 18. Juli 1999

Michael Fieseler, 6. Stipendium, 23. Juli bis 18. Oktober 1998

Mette Joensen, 5. Stipendium, 23. April bis 19. Juli 1998

Elke Pollack, 4. Stipendium, 4. August bis 27. Oktober 1997

Thomas Offhaus, 3. Stipendium, 5. Mai bis 27. Juli 1997

Daniel Sambo Richter, 2. Stipendium, 5. August bis 2. November 1996

Anna Holdorf, 1. Stipendium, 6. Mai bis 28. Juli 1996