INK trifft Ludwig Emil Grimm
1. September bis 28. Oktober 2012
Zwischen den Zeichnungen Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce, kurz INK, und den Radierungen Ludwig Emil Grimms, des Bruders der berühmten Märchensammler, lassen sich einige Parallelen feststellen. Obwohl fast 200 Jahre Kunstgeschichte zwischen ihnen liegen, scheinen beide von ähnlicher Intention angetrieben: Menschen möglichst realistisch darzustellen. Dabei geht es nicht um das reine Abbilden von Äußerlichkeiten, sondern ist Anspruch auch das Innere, also den Charakter des Menschen einzufangen und für den Betrachter sichtbar zu machen. Während bei Ludwig Emil Grimm allerdings nicht alle Radierungen mit dem Namen der Dargestellten betitelt sind, personalisiert INK ihre Zeichnungen indem sie die Namen der Portraitierten preisgibt.
Auch wenn bei beiden Künstlern ein Bestreben zu erkennen ist, konkrete Personen darzustellen, stehen diese für Typen. Beispielsweise wird ein junger Wanderer bei Ludwig Emil Grimm bei INK zu einem Tramper mit I-Phone in der Hand und somit Ausdruck der heutigen Gesellschaft. So ist die Auseinandersetzung der Künstlerin mit ihrem Vorbild oft auch von einer ironischen Note geprägt.
